Die Primal Blueprint 21-Day Challenge liegt nun schon ein Weilchen her und ich muss gestehen, dass ich es etwas vor mich hingeschoben habe, darüber zu schreiben. Aber wer über seinen Weg zu einem gesünderen, ausgewogeneren Leben schreiben will, der darf nicht nur von Blumen und Wiesen erzählen sondern muss auch von den steinigen Wegpassagen berichten.
Tja, mein Versuch, mich in 21 Tagen in Puncto Fitness, Ernährung und Wohlbefinden wieder “auf Kurs” zu bringen ist nicht ganz gelungen. Challenge nicht bestanden.
Die Perfektionistin in mir war natürlich sehr verärgert darüber, aber die Optimistin sieht darin die Chance, daraus zu lernen und sich weiter zu entwickeln.
Was ist passiert?
Ich bin schon seit einer Weile von meinem (für mich) gesunden Lebenstil abgekommen und merke, wie ich in alte Muster verfalle, vor allem ernährungstechnisch. Das macht sich natürlich auch körperlich und auch in meinem Wohlbefinden bemerkbar. Durch die Challenge hatte ich mir einen schnellen “Wiedereinstieg” erhoftt, eine schnelle Lösung. Und genau darin lag das Problem. Unbewusst bin ich in eine alte Falle getappt: Die Diät-Falle mit all ihren kontraproduktiven Denk- und Handlungsmustern -”gute” und “schlechte” Lebensmittel, Verbote und “Sünden”, Ergebnis- statt Prozessorientierung. Und so fing ich jeden Tag der Challenge neu an, fest entschlossen, diesmal alles “richtig” zu machen, nur um wieder zu “sündigen”, mir Vorwürfe zu machen und wieder den Entschluss zu fassen, morgen alles “richtig” zu machen usw…
Nachdem ich mich eine Weile in diesem Teufelskreis gedreht hatte, beschloss ich die Bremse zu ziehen und es einfach sein zu lassen. Ich hatte die Schnauze voll! Keine Challenge, keine Einschränkung, keine Regeln – ich gab mir selbst einen Freifahrtschein zum haltlosem Essen und Leben. Und während ich die ersten Paar Tage noch das “Schlaraffen-Leben” unbekümmert genoß, so geschah später darauf etwas erstaunliches: Ich hatte keine Lust mehr! Ich erinnerte mich daran, weshalb ich mich vor einiger Zeit dazu entschlossen hatte, eben nicht mehr so zu Leben.
Als ich das erste Mal vom Primal/Paleo-Konzept hörte, war ich auf der Suche nach einer schnellen Lösung. Meine Hauptmotivation war mein Übergewicht, ich wollte wieder Kleider in Größe 38 tragen. Vor ein Paar Wochen stellte Mimi von Highheels & Laufschuhe auf Twitter die Frage, was einen motivieren würde, gesund zu leben. Meine Antwort: “Ich will irgendwann eine fitte Oma sein, die mit ihren Enkeln auf dem Spielplatz toben kann, das motiviert mich
.” Für eine Weile hatte ich meine eigentliche Ziele und Überzeugungen, und vor allem meine Motivation aus den Augen verloren. Nun habe ich sie wieder.
Es geht nicht darum, schnell ein paar überflüssige Pfunde zu verlieren, sondern darum, ein langes, gesundes und ausgewogenes Leben zu führen. Das ist kein Ergebnis, sondern ein Prozeß – der Weg ist hier buchstäblich das Ziel. Es ist keine Diät, es ist ein Lebensstil.
